Infos und Fakten zur Krankenversicherung fuer Haustiere

Die wichtigsten Infos und Fakten zur Krankenversicherung für Haustiere 

Jeder, der mit seinem Haustier schon einmal beim Tierarzt war, weiß, dass dies ganz schön ins Geld gehen kann.

Die Kosten für Impfungen, routinemäßige Vorsorgemaßnahmen wie Wurmkuren oder einfache Untersuchungen halten sich dabei noch in Grenzen, sind aber Röntgenaufnahmen, eine Operation oder ein Aufenthalt in der Tierklinik notwendig, kann sich die Rechnung schnell auf mehrere hundert Euro belaufen.

Da nicht jeder Tierhalter solche Kosten problemlos stemmen kann, denkt so mancher vielleicht über eine Krankenversicherung für sein Haustier nach. In den USA, in Großbritannien und in einigen anderen Ländern sind Tierkrankenversicherungen schon länger weit verbreitet, hierzulande sind sie in erster Linie bei teuren Pferden üblich.

Allmählich scheinen aber auch Krankenversicherungen für Hunde und Katzen auf dem Vormarsch zu sein. Nun stellt sich jedoch die Frage, wie sinnvoll eine Haustierkrankenversicherung tatsächlich ist, welche Leistungen sie erbringt und ob sich die Versicherungsprämien im Verhältnis zu den durchschnittlichen Tierarztkosten überhaupt rechnen.

Hier die wichtigsten Infos und Fakten zur Krankenversicherung für Haustiere in der Übersicht: 

Welche Krankenversicherungen für Haustiere gibt es?

Krankenversicherungen für Haustiere gibt es im Wesentlichen in zwei unterschiedlichen Varianten. Die erste Variante ist eine Krankenvollversicherung, durch die prinzipiell alle Kosten abgedeckt sind, die im Zuge von tierärztlichen Behandlungen anfallen.

Die meisten Versicherungen arbeiten dabei jedoch mit Höchstgrenzen, was bedeutet, dass die Kosten nur bis zu einer bestimmten Höhe pro Jahr oder Schadensfall erstattet werden. Die zweite Variante ist die sogenannte OP-Versicherung.

Eine solche Versicherung deckt die Kosten ab, die im Zusammenhang mit einer notwendigen Operation anfallen. Die OP-Versicherung ist deutlich günstiger als eine Krankenvollversicherung, allerdings sind Kosten, die nicht mit einer Operation zusammenhängen, auch nicht abgesichert.  

Welche Leistungen umfasst die Krankenversicherung für Haustiere?

Das Leistungsspektrum einer Krankenversicherung für Haustiere kann je nach Anbieter und vertraglichen Vereinbarungen sehr unterschiedlich ausfallen. Die Leistungen bei einer reinen OP-Versicherung sind verhältnismäßig einheitlich, denn üblicherweise übernehmen die Versicherer die Kosten für die Operation sowie die Voruntersuchungen und die Nachsorge.

Meist sind außerdem die Kosten für die Unterbringung in der Tierklinik abgedeckt. Etwas schwieriger wird es bei einer Krankenvollversicherung, denn hier muss sehr genau überprüft, welche Kosten der Versicherer übernimmt und welche nicht.

Einige Versicherer schließen beispielsweise die Kosten für Vorsorgemaßnahmen aus, wobei hierzu Impfungen, Medikamente zum Schutz vor Flöhen, Zecken und Wurmbefall sowie teils auch Tätowierungen oder Registrierungen per Chip gehören. Bei anderen Versicherern müssen solche Leistungen gesondert vereinbart werden. Zudem sind die Kosten für Kastrationen und Sterilisationen nicht automatisch abgesichert und einige Versicherer erstatten die Kosten für chirurgische Eingriffe nur dann, wenn sie unter Vollnarkose erfolgten.

Neben den eigentlichen Leistungen muss vor einem Vertragsabschluss aber noch auf zwei weitere Punkte geachtet werden, nämlich auf die Höchstgrenze für Erstattungen und auf den Gebührensatz, der erstattet wird. Die Kosten, die maximal erstattet werden, können sich entweder auf ein Jahr oder auf einen Schadensfall beziehen. Wichtig dabei ist aber nicht nur die Höhe der Summe als solches, sondern auch, welche Kostenfaktoren in die Summe einfließen.

Muss das Haustier beispielsweise operiert und anschließend einige Tage lang in der Tierklinik untergebracht werden, erstatten einige Versicherungen die Unterbringungskosten in voller Höhe, bei anderen Versicherungen sind sie Bestandteil der Erstattungssumme. Fallen die tatsächlichen Tierarztkosten höher aus als die vereinbarte Höchstgrenze pro Jahr oder Schadensfall, muss der Versicherungsnehmer die Differenz selbst bezahlen.

Im Hinblick auf den Gebührensatz ist wichtig zu wissen, dass Tierärzte ihre Kosten nach dem ein-, zwei- oder dreifachen Gebührensatz abrechnen können. Hierdurch kommen übrigens die Preisunterschiede bei Tierärzten zustande. Bei der Auswahl einer Tierkrankenversicherung gilt, dass diese mindestens die Kosten zum zweifachen Gebührensatz übernehmen sollte.

Übernimmt die Versicherung zwar die vollen Kosten, allerdings beschränkt auf den einfachen Gebührensatz, müsste der Versicherungsnehmer die Mehrkosten nämlich selbst übernehmen, wenn der Tierarzt nach dem zwei- oder dreifachen Gebührensatz abrechnet.   

Von welchen Faktoren hängt die Höhe der Versicherungsprämie ab?

Die Beitragshöhe für eine Tierkrankenversicherung errechnet sich ähnlich wie eine private Krankenversicherung für Menschen. Die beiden wesentlichen Faktoren sind zunächst einmal die Variante der Krankenversicherung und der vereinbarte Leistungsumfang.

Hier gilt als Grundregel, dass die Versicherung umso teurer ist, je umfangreicher der Versicherungsschutz ausfällt. Daneben spielen, genauso wie beim Menschen, das Alter und der Gesundheitszustand eine Rolle. Üblicherweise muss im Zuge des Versicherungsantrags eine Art Gesundheitsfragebogen ausgefüllt oder der Gesundheitszustand durch ein ärztliches Attest belegt werden.

Dabei wird beispielsweise abgefragt, wie alt das Tier ist, ob es kastriert ist, ob es über alle Impfungen verfügt und ob Vorerkrankungen vorliegen. Prinzipiell gilt dann, dass die Versicherungsprämien für ein junges und gesundes Tier günstiger ausfallen. Einfluss auf die Versicherungsprämie und die Vertragsbedingungen können aber auch die Rasse und die Gewohnheiten des Tieres haben, bei einer Katze beispielsweise ob es sich um eine reine Wohnungskatze oder einen Freigänger handelt.

Bei Hunden gibt es üblicherweise eine Grenze für das maximale Eintrittsalter, die je nach Rasse unterschiedlich ausfallen kann. Um den Versicherungsbeitrag zu senken, können in aller Regel eine Selbstbeteiligung oder eine Grenze für die maximale Kostenerstattung pro Jahr vereinbart werden. Rabatte gewähren die Versicherer außerdem, wenn der Vertrag über mehrere Jahre abgeschlossen wird.  

Gelten bei der Krankenversicherung für Haustiere Wartezeiten?

Ob und welche Wartezeiten bei der Tierkrankenversicherung vorgesehen sind, muss im Einzelfall in den Vertragsbedingungen überprüft werden, allerdings arbeiten fast alle Versicherungen mit Wartezeiten. Wartezeit bedeutet, dass der vertraglich vereinbarte Versicherungsschutz nicht direkt nach dem Vertragsabschluss in vollem Umfang gegeben ist, sondern erst nach einer bestimmten Zeit.

Auf diese Weise möchten die Versicherer verhindern, dass die Tierkrankenversicherung nur deshalb jetzt abgeschlossen wird, weil so bereits geplante Behandlungen finanziert werden sollen. Ausgenommen von den Wartezeiten sind in aller Regel die Kosten für die Versorgung nach einem Unfall sowie für eine unvorhersehbare, aber lebensnotwendige Operation.

Für andere tierärztliche Behandlungen, beispielsweise Impfungen oder Registrierungen per Chip, gelten Sperrfristen zwischen meist einem und drei Monaten, sofern diese Leistungen abgesichert sind.  

Lohnt sich der Abschluss einer Tierkrankenversicherung?

Wie sinnvoll der Abschluss einer Tierkrankenversicherung ist, muss grundsätzlich jeder für sich selbst entscheiden. Insgesamt gibt es derzeit nur eine überschaubare Anzahl an Anbietern, was einen Vergleich verhältnismäßig einfach macht.

Es ist sicherlich beruhigend zu wissen, dass das geliebte Haustier im Ernstfall abgesichert ist und eine medizinische Versorgung nicht an einem finanziellen Engpass des Halters scheitert. Andererseits können die Kosten für eine Krankenvollversicherung deutlich über den durchschnittlichen Tierarztkosten pro Jahr liegen.

Ist der Versicherungsschutz zudem nicht allzu umfangreich, so dass die Versicherung die Kosten ohnehin nur anteilig übernimmt, und wurde aus Kostenspargründen eine recht hohe Selbstbeteiligung oder eine niedrige Erstattungsgrenze vereinbart, entstehen für den Versicherungsnehmer letztlich vielfach die gleichen Kosten, wie wenn er keine Versicherung abgeschlossen hätte. Experten raten daher, anstelle einer Krankenversicherung lieber regelmäßig kleine Beträge zur Seite zu legen, um so für den Ernstfall gewappnet zu sein.

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