Wann die Stromkosten zu hoch sind und was sie senkt

Wann die Stromkosten zu hoch sind und was sie senkt

Licht, Kühlschrank, Herd, Waschmaschine, Computer, teils Heizung und Warmwasser: Ohne Strom geht es im Haushalt nicht. Doch in sehr vielen privaten Haushalten besteht die Möglichkeit, den Energieverbrauch zu senken und damit Stromkosten einzusparen. Tatsächlich macht es auch durchaus Sinn, sich einmal näher mit den Stromkosten zu befassen. Immerhin hat sich der durchschnittliche Strompreis in Deutschland seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt. Aktuell schlägt eine Kilowattstunde Strom im Schnitt mit knapp 32 Cent zu Buche.

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Wann die Stromkosten zu hoch sind und was sie senkt

Nur: Wann ist der Stromverbrauch eigentlich normal? Wann sind die Stromkosten zu hoch? Und wie lassen sie sich senken? Wir haben Infos und Tipps!:

Was ist ein normaler Stromverbrauch?

Die Grundlage für den Vergleich von Stromkosten ist der jährliche Energieverbrauch in Kilowattstunden (kWh). Je größer ein Haushalt ist, desto höher fällt dieser Wert aus. Durchschnittswerte weisen deshalb den Stromverbrauch für zum Beispiel einen Ein-, Zwei- oder Vier-Personen-Haushalt aus.

Der Verbrauch pro Kopf ist in einem Haushalt mit mehreren Personen aber in aller Regel geringer als in einem kleinen Haushalt. Das liegt daran, dass Geräte wie die Waschmaschine oder der Kühlschrank den gleichen Verbrauch haben, doch in einem Haushalt mit mehreren Bewohnern gemeinsam von allen genutzt werden.

Unabhängig von der Haushaltsgröße gilt außerdem, dass der Stromverbrauch in einem Einfamilienhaus höher ist als in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Denn im Einfamilienhaus müssen die Bewohner den kompletten Energiebedarf alleine stemmen.

Im Unterschied dazu verteilt sich der Energiebedarf für zum Beispiel die Heizungsanlage oder die Wärmepumpe und die Außenbeleuchtung auf alle Parteien.

Der durchschnittliche Stromverbrauch pro Jahr gestaltet sich wie folgt:

Haushaltsgröße / Verbrauch Wohnung ohne elektr. Warmwasserbereitung Wohnung mit elektr. Warmwasserbereitung Einfamilienhaus ohne elektr. Warmwasserbereitung Einfamilienhaus mit elektr. Warmwasserbereitung
1 Person 1.300 kWh 1.800 kWh 2.300 kWh 2.500 kWh
2 Personen 2.000 kWh 2.800 kWh 3.000 kWh 3.500 kWh
3 Personen 2.500 kWh 3.600 kWh 3.500 kWh 4.500 kWh
4 Personen 2.600 kWh 4.100 kWh 4.000 kWh 5.000 kWh

Diese Angaben sind aber wirklich nur durchschnittliche Werte, die eine grobe Orientierung liefern. Je nach Wohnsituation kann es größere Unterschiede geben. In einem großen, alten Haus ist der Energiebedarf anders als in einer Wohnung in einem modernen Gebäude. Hinzu kommt, dass die Durchschnittswerte oft optimiert werden können, um so den Verbrauch und damit auch die Stromkosten zu senken.

Wie lässt sich der eigene Stromverbrauch ermitteln?

Die einfachste Möglichkeit, um sich über den eigenen Energieverbrauch zu informieren, ist ein Blick auf die Jahresabrechnung des Stromversorgers. Dort ist angegeben, wie viele Kilowattstunden Strom der Haushalt im vergangenen Jahr verbraucht hat. Außerdem gibt es in aller Regel Tabellen oder Grafiken, die den eigenen Stromverbrauch mit den Durchschnittswerten gleichgroßer Haushalte abgleichen.

Ist noch keine Jahresabrechnung vorhanden oder gerade nicht zur Hand, ist es auch möglich, den Jahresverbrauch zu überschlagen.

Dazu werden folgende Daten benötigt:

  • Größe der Wohnfläche in Quadratmetern

  • Anzahl der Personen, die im Haushalt wohnen

  • Anzahl der vorhandenen Elektrogeräte; dabei werden aber nur größere und regelmäßig genutzte Geräte wie Kühlschrank, Waschmaschine, Herd und Backofen, Fernseher, Computer oder Stereoanlage berücksichtigt

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Die Rechenformel lautet dann:

(Wohnfläche x 9 kWh) + (Bewohner x 200 kWh) + (Geräte x 200 kWh) = Jahresstromverbrauch

Wofür wird der Strom im Haushalt verwendet?

Um mögliches Einsparpotenzial zu ermitteln, ist praktisch zu wissen, wie sich der Stromverbrauch verteilt. Auch hier gibt es natürlich wieder nur durchschnittliche Werte, denn die Lebensgewohnheiten spielen eine große Rolle.

Grundsätzlich entfallen aber

  • 28 Prozent auf Unterhaltungselektronik wie Fernseher und Computer

  • 14 Prozent auf Waschen und Trocknen

  • 13 Prozent auf das Licht

  • 11 Prozent auf Kühl- und Gefriergeräte

  • 9 Prozent auf das Kochen

  • 8 Prozent auf das Geschirrspülen

  • 17 Prozent auf Sonstiges

Die Aufbereitung von Warmwasser ist bei der Verteilung nicht berücksichtigt. Natürlich ändern sich die Stromkosten mit der Ausstattung. Wer zum Beispiel eine Sauna, eine Klimaanlage, ein Wasserbett oder ein Aquarium hat, verbraucht mehr Strom. Andersherum kann ein neuer und moderner Kühlschrank die Stromkosten ordentlich senken.

Besteht der Verdacht, dass einzelne Geräte echte Stromfresser sind, kann es sinnvoll sein, sich ein Messgerät zu besorgen. Energiekosten-Messgeräte sind im Handel ab etwa 15 Euro erhältlich und ermitteln zuverlässig, wie sich das jeweilige Gerät auf die Stromrechnung auswirkt.

Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Der Strompreis, den ein Verbraucher bezahlt, setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen. Mehr als die Hälfte entfällt auf Steuern, Abgaben und Umlagen. Das ist mit ein Grund dafür, warum Strom in Deutschland im europaweiten Vergleich mit am teuersten ist.

Dazu kommen die Entgelte für die Nutzung der Stromnetze des Netzbetreibers und die Gebühren, die der Energieversorger für die Stromerzeugung und den Vertrieb in Rechnung stellt. Beide machen jeweils ein Viertel des Strompreises aus.

Was senkt die Stromkosten?

In fast jedem Haushalt gibt es Möglichkeiten, um den Stromverbrauch zu reduzieren. Ein Ansatzpunkt ist, alte Elektrogeräte durch moderne, energieeffizientere Geräte zu ersetzen. Immobilienbesitzer können außerdem über eine Solaranlage nachdenken.

Damit können sie die Kraft der Sonne nutzen, um kostengünstig eigenen Strom zu produzieren. Zinsgünstige Kredite der KfW-Bank und Förderprogramme der Bundesländer machen die Investition bezahlbar.

Doch oft reichen schon kleinere Verhaltensänderungen aus, um die Stromkosten zu senken. Wer zum Beispiel Geräte komplett ausschaltet und nicht im Stand-by-Betrieb laufen lässt, die Wäsche statt im Trockner an der frischen Luft trocknet, beim Kochen die Restwärme nutzt oder den Kühlschrank regelmäßig abtaut, kann sparen. Die einzelnen Maßnahmen machen zwar für sich nur ein paar Euro aus. Doch unterm Strich kommt ein nettes Sümmchen zusammen.

Ist der Stromverbrauch ungewöhnlich hoch, kann eine Energieberatung eine gute Lösung sein. Verbraucherzentralen, Umweltverbände und Energieagenturen bieten solche Beratungen kostengünstig an.

Außerdem lohnt es sich, die Stromtarife regelmäßig zu vergleichen. Auf Vergleichsportalen lässt sich schnell und einfach herausfinden, ob sich durch einen Anbieter- oder Tarifwechsel Stromkosten sparen lassen.

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Benjamin Naue, 48 Jahre, Jurist, Sabine Scheuer, 41 Jahre, Rechtsberaterin, David Wichewski, 37 Jahre , Anwalt, sowie Ferya Gülcan Betreiberin und Redakteurin dieser Webseite, schreiben hier Wissenwertes, Tipps, Anleitungen und Ratgeber für Verbraucher zum Thema Verträge, Schriftverkehr und Recht.

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