Worauf gilt es beim Verkauf eines Unternehmens zu achten?

Stichwort Unternehmensnachfolge: Worauf gilt es beim Verkauf eines Unternehmens zu achten? 

Studien besagen, dass in Deutschland jedes Jahr in rund 70.000 Firmen eine Unternehmensübergabe ansteht. In den meisten Fällen ist das Alter der Grund für die Trennung des Inhabers von seinem Betrieb.

Dabei wünschen sich noch immer die meisten Firmeninhaber, dass das Unternehmen ein Familienunternehmen bleibt, sich also irgendwo in den eigenen Reihen jemand findet, der den Betrieb übernimmt und weiterführt.

Im Idealfall sollte eines der Kinder die Nachfolge antreten. Doch immer häufiger geht dieser Wunsch nicht in Erfüllung. In fast 50 Prozent aller Fälle bleibt dem Inhaber nicht anderes übrig, als seine Firma zu verkaufen.

Aber – zum Stichwort Unternehmensnachfolge –
worauf gilt es beim Verkauf eines Unternehmens zu achten?:
 

Eine genaue Bestandsaufnahme macht den Anfang.

Sehr wichtig ist, möglichst früh mit der Planung der Unternehmensnachfolge zu beginnen. Nur so ist gewährleistet, dass es bei der späteren Übergabe zu keinen bösen Überraschungen kommt, weder für den Unternehmensinhaber noch für die Angestellten. Nach Ansicht von Experten dauert es zwischen fünf und zehn Jahre, bis alles soweit geregelt ist, dass der Betrieb an den neuen Eigentümer übergeben werden kann. Ein Unternehmer kann dabei von Anfang an professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, Beratungen bieten beispielsweise Fachverbände oder die Industrie- und Handelskammern an. 

Die Planung der Unternehmensnachfolge beginnt dann mit einer genauen Analyse der bestehenden Situation. Grundsätzlich gilt, dass sich ein Unternehmen umso besser verkaufen lässt, je klarer strukturiert und je besser es aufgestellt ist. Im Rahmen der Bestandsanalyse sollten daher der aktuelle Finanzstatus, die Organisationsstrukturen, die Marktentwicklung samt Chancen und Risiken, die Stärken und Schwächen des Unternehmens sowie die Unternehmensziele genau unter die Lupe genommen werden. Zudem sollte der Unternehmensstrategie Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Für potenzielle Käufer sind nämlich Wachstumschancen, Wettbewerbsvorteile und auch Alleinstellungsmerkmale entscheidende Faktoren. Umso wichtiger ist daher, ihnen eine überzeugende Unternehmensstrategie mit guten Zukunftsperspektiven präsentieren zu können. Mitunter zeigt sich durch die Bestandsanalyse, dass das Unternehmen im derzeitigen Zustand nicht verkaufsfähig ist. Je nachdem, wie umfangreich die Maßnahmen sind, die notwendigerweise vor einem Verkauf ergriffen werden müssen, kann auch der Zeitaufwand entsprechend groß ausfallen.

Eine Renovierung des Betriebsgebäudes dauert sicher nicht allzu lange. Ist es jedoch erforderlich, die Organisationsstrukturen zu überarbeiten, beispielsweise indem das Unternehmen in mehrere Gesellschaften aufgeteilt oder unwirtschaftliche Betriebszweige abgestoßen werden, kann dies einige Zeit in Anspruch nehmen.

Gleiches gilt, wenn personelle Maßnahmen nötig sind. Einige Käufer möchten ein Unternehmen erst und nur dann übernehmen, wenn es personell so besetzt ist, dass der Betrieb auch ohne den bisherigen Chef weiterlaufen kann. Spätestens jetzt dürfte klar sein, warum die Planung der Unternehmensnachfolge möglichst früh beginnen sollte. 

Den Kaufpreis festlegen.

Die Entscheidung, zu welchem Preis das Unternehmen verkauft werden soll, ist mitunter eine ganz schön heikle Sache. Für den Firmeninhaber ist sein Betrieb oft sein Lebenswerk, in das er viel Zeit, Arbeit, Geld und vor allem Herzblut gesteckt hat.

Für ihn ist der Wert des Betriebs daher entsprechend hoch. Für den Käufer wiederum zählt in erster Linie, ob und wie sich seine Investition für ihn auszahlen wird. Da die Ansichten weit auseinandergehen können, ist der Unternehmer gut beraten, wenn er sich von einem Experten die verschiedenen Bewertungsmethoden nennen und erklären lässt.

Generell werden bei einer Unternehmensbewertung:

·         der Sachwert des Unternehmens, in den auch das Inventar, die Maschinen, der Fuhrpark und Betriebsimmobilien einfließen,

·         die Umsätze in den zurückliegenden Jahren,

·         das Einzugsgebiet, die Lage und die Konkurrenzsituation sowie

·         Schulden, Altlasten, Garantien und Steuernberücksichtigt.

Werden alle diese Faktoren ausgewertet und einander gegenübergestellt, lässt sich ein Preis bestimmen, der realistisch und so auch zu erzielen ist. 

Den Kaufvertrag aufsetzen.

Wie eigentlich bei jedem Verkauf kommt dem Kaufvertrag eine wichtige Rolle zu. Dies ist aber nicht nur deshalb so, weil der Verkauf des Unternehmens durch die Unterschrift unter den Kaufvertrag besiegelt ist und für den Firmeninhaber damit ein Lebensabschnitt endet. Stattdessen sind die Inhalte des Kaufvertrags auch aus juristischer Sicht von Bedeutung, denn fehlerhafte Angaben oder ungenaue Formulierungen können auch nach Jahren noch Forderungen an den früheren Firmeninhaber begründen.

Neben individuellen Vereinbarungen und firmenspezifischen Regelungen sollte der Kaufvertrag deshalb unbedingt vollständig und detailliert auflisten, was konkret Gegenstand des Kaufvertrags ist. Sämtliche Verbindlichkeiten und offenen Forderungen sollten ebenso aufgeführt sein wie alle relevanten Informationen zu Warenzeichen, Patenten und Schutzrechten.

Neben einer Liste mit den bestehenden Versicherungen sollte der Kaufvertrag außerdem Regelungen zu den bestehenden Mietverträgen enthalten. Nicht zuletzt sollten zudem unbedingt Vereinbarungen zu den bestehenden Arbeitsverträgen getroffen werden, denn gemäß § 613a BGB kauft der neue Inhaber zusammen mit dem Unternehmen auch sämtliche Arbeitsverhältnisse.

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