Aktuell wichtige Fakten zur Lebensversicherung

Die aktuell wichtigsten Infos und Fakten zur Lebensversicherung 

Lange Zeit gehörte die Lebensversicherung zu den beliebtesten Geldanlage- und Altersvorsorgeprodukten überhaupt und bis heute hat sie wenig von ihrer Beliebtheit eingebüßt.

Schließlich gilt die Lebensversicherung als recht sichere Anlageform, mit der mittels verhältnismäßig kleinen Monatsbeiträgen nicht nur ein ordentliches finanzielles Polster angespart werden kann, sondern die gleichzeitig auch die Hinterbliebenen absichert. 

Statistiken ergaben, dass jeder Deutsche im Durchschnitt über 1,12 Lebensversicherungen verfügt. Diese doch beeindruckende Zahl muss aber nicht zwangsläufig für die Qualität der Lebensversicherung als Anlageprodukt sprechen, sondern kann letztlich genauso auch nur ein Beleg für den offensichtlich hervorragend funktionierenden Vertrieb sein.

Lebensversicherungsverträge gehören zu den Lieblingsprodukten von Versicherungsvertretern und -Maklern, denn hier winken die höchsten Provisionen. Ähnlich hohe Provisionen versprechen lediglich noch private Krankenversicherungen. Unbestritten ist, dass die Lebensversicherung einige wichtige Pluspunkte bietet.

Diesen Pluspunkten stehen jedoch auch Nachteile gegenüber. Vor dem Abschluss eines Vertrages sollte sich der Versicherungsnehmer daher sehr genau informieren und mehrere Angebote miteinander vergleichen, denn Lebensversicherung ist nicht gleich Lebensversicherung und die Unterschiede im Hinblick auf Rendite und Gebühren sind mitunter erheblich.

Hier die aktuell wichtigsten Infos und Fakten zur Lebensversicherung in der Übersicht: 

Die Leistungen der Lebensversicherung

Die klassische Kapitallebensversicherung ist eine Kombination aus langfristiger Geldanlage und Absicherung der Hinterbliebenen. In aller Regel werden die Verträge über sehr lange Laufzeiten abgeschlossen, die Auszahlung erfolgt dann im Rentenalter.

Erlebt der Versicherungsnehmer den vereinbarten Auszahlungsstichtag, erhält er das angesparte Geld. Der ausgezahlte Betrag setzt sich dabei aus mehreren Komponenten zusammen. In den Versicherungspolicen sind dazu immer zwei Summen angegeben, nämlich die garantierte und die erwartete Versicherungssumme. Die garantierte Auszahlung beinhaltet die Versicherungssumme, über die der Vertrag abgeschlossen wurde, zuzüglich der garantierten Verzinsung.

Diese Summe wird auf jeden Fall an den Versicherungsnehmer ausgezahlt, denn sie ist vertraglich garantiert. Die erwartete Auszahlung enthält zusätzlich noch die möglichen Gewinn- und Überschussbeteiligungen. Diese Summe ist jedoch nicht garantiert, sondern lediglich eine Prognose und wie hoch die Gewinn- und Überschussbeteiligungen tatsächlich ausfallen, zeigt sich erst zum Ende der Vertragslaufzeit.

Verstirbt der Versicherungsnehmer vor Ablauf der Police, wird die vertraglich vereinbarte Versicherungssumme an die Hinterbliebenen ausgezahlt, die im Versicherungsvertrag als Begünstigte eingetragen sind. In sehr vielen Policen ist dabei eine bis zu doppelt so hohe Versicherungssumme vorgesehen, wenn der Versicherungsnehmer keines natürlichen Todes stirbt, sondern bei einem Unfall ums Leben kommt.   

Die unterschiedlichen Varianten der Lebensversicherung

Die klassische Variante der Lebensversicherung ist die Kapitallebensversicherung. Hier erhält der Versicherungsnehmer das angesparte Geld zum vereinbarten Stichtag in Form einer Einmalzahlung. Als weitere Variante gibt es die Rentenpolice, bei der das angesparte Geld als monatliche Zusatzrente ausbezahlt wird.

In den meisten Fällen ist die Auszahlungsdauer dabei vertraglich vereinbart. Die Zusatzrente wird also nicht bis zum Lebensende des Versicherungsnehmer ausbezahlt, sondern nur für den Zeitraum, bis das angesparte Geld aufgebraucht und der vertraglich festgelegt ist. Verstirbt der Versicherungsnehmer jedoch vor Ablauf der vereinbarten Auszahlungsdauer, erhalten seine Hinterbliebenen das noch nicht ausgezahlte Geld. Sehr viele Verträge sehen allerdings ein sogenanntes Kapitalwahlrecht vor.

Das bedeutet, dass sich der Versicherungsnehmer nicht schon bei Vertragsabschluss festlegen muss, sondern auch während der Vertragslaufzeit oder kurz vor dem Stichtag entscheiden kann, ob sein Vermögen als Einmalzahlung, als monatliche Zusatzrente oder als Kombination aus diesen beiden ausgezahlt werden soll.

Bei der klassischen Kapitallebensversicherung investieren die Versicherer nahezu das gesamte Kapital in festverzinsliche Wertpapiere wie Staatsanleihen und Pfandbriefe. Solche Anlagen bieten ein recht hohes Maß an Sicherheit, gleichzeitig aber auch geringere Renditechancen. Als Alternative zu klassischen Kapitallebensversicherungen gibt es allerdings auch fondsbasierte Lebensversicherungen. Hier wird das Geld hauptsächlich in Aktien- und Rentenfonds angelegt, was höhere Renditechancen verspricht, aber auch die Risiken erhöht. 

Als dritte Variante gibt es die Risikolebensversicherung. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um ein Anlageprodukt, sondern um eine reine Risikoabsicherung. Die Beiträge für eine Risikolebensversicherung sind sehr niedrig, allerdings erfolgt auch nur dann eine Auszahlung, wenn der vereinbarte Versicherungsfall eintritt. Als Versicherungsfall wird üblicherweise der Tod des Versicherungsnehmers, seltener die Berufsunfähigkeit vereinbart.

Die Hinterbliebenen erhalten bei Eintritt des Versicherungsfalls die vollständige Versicherungssumme ausgezahlt, unabhängig davon, wie lange die Versicherung zu diesem Zeitpunkt bereits besteht.   

Die Vorteile und Nachteile der Lebensversicherung

Zu den großen Pluspunkten gehört, dass der Versicherungsnehmer im Laufe der Jahre ein ordentliches Finanzpolster ansparen kann und gleichzeitig seine Hinterbliebenen absichert, falls er selbst die Auszahlung nicht mehr erlebt. Dabei gilt, dass die Versicherungssumme umso höher oder die Beiträge umso niedriger vereinbart werden können, je länger die Laufzeit der Lebensversicherung ist. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die vereinbarte Versicherungssumme inklusive Garantiezins auf jeden Fall ausgezahlt wird.

Die garantierte Verzinsung ist zwar recht gering, aber dafür eben sicher. Erwirtschaftet der Versicherer Gewinne, müssen diese als Überschussbeteiligungen an die Versicherungsnehmer ausgeschüttet werden, wodurch sich die Auszahlungssumme entsprechend erhöht. Interessant ist die Lebensversicherung außerdem im Hinblick auf die Steuern. Bis 2005 waren die Erträge aus Lebensversicherungen, die Laufzeiten von mindestens zwölf Jahren hatten, komplett steuerfrei.

Dies ist mittlerweile nicht mehr der Fall, denn die Erträge aus Lebensversicherungen müssen nun ebenfalls versteuert werden. Dies gilt auch dann, wenn die Lebensversicherung länger als zwölf Jahre lang lief und die Auszahlung nach dem 60. Lebensjahr erfolgt. Versteuert werden die Erträge, also die Differenz zwischen der eingezahlten und der ausgezahlten Summe, allerdings nur zum halben persönlichen Steuersatz. Damit fällt die Steuerlast in jedem Fall niedriger aus als bei Anlageprodukten, die der Abgeltungssteuer unterliegen.

Zu den größten Nachteilen der Lebensversicherung gehören die langen Laufzeiten. Muss oder möchte der Versicherungsnehmer seinen Vertrag vorzeitig beenden, wird ihm zwar der sogenannte Rückkaufswert erstattet, allerdings fällt dieser vor allem in den ersten Jahren deutlich niedriger aus als die bereits einbezahlten Beträge.

Dies wiederum liegt an dem zweiten großen Nachteil der Lebensversicherung, nämlich den hohen Gebühren. Vor allem in der Anfangsphase verwenden Versicherer die Beiträge, um damit ihre Bearbeitungs- und Verwaltungskosten sowie die Provisionen zu decken. Insgesamt gilt als grobe Faustregel für die Kosten einer Lebensversicherung, dass etwa Dreiviertel der Beiträge als Sparbeiträge für den Versicherungsnehmer und ein Viertel für die Gebühren verwendet werden.

Nur bei Direktversicherern sieht das Verhältnis aus Sicht des Versicherungsnehmers vielfach ein wenig besser aus, allerdings muss er dafür dann auch auf eine persönliche Betreuung durch seinen Versicherungsvertreter verzichten.

Weiterführende Ratgeber, Vorlagen und Tipps für Verträge:

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