Mieten oder Kaufen: Pro & Contra in der Übersicht

Mieten oder Kaufen: Pro & Contra in der Übersicht

Viele Leute kommen irgendwann im Leben mal an den Punkt, an dem sie sich fragen, ob sie zur Miete oder im Eigenheim wohnen möchten. Eine pauschale Antwort, ob Mieten oder Kaufen besser ist, gibt es nicht. Denn zum einen spielen die eigenen Lebensumstände und die persönlichen Ziele eine maßgebliche Rolle. Und zum anderen haben beide Varianten ihre Vor- und Nachteile.

Anzeige

Mieten oder Kaufen Pro & Contra in der Übersicht

Wir stellen in diesem Beitrag die wichtigsten Punkte gegenüber:

Pro & Contra zum Mieten

Ein Argument, das klar fürs Mieten spricht, ist die Flexibilität. Wird die Familie größer oder kleiner, steht ein Jobwechsel an, macht sich das Alter bemerkbar oder gibt es andere Veränderungen in den Lebensumständen, kann die Wohnsituation daran angepasst werden. Den Mietvertrag zu kündigen und in eine andere Mietwohnung zu ziehen, ist wesentlich unkomplizierter, als eine Immobilie zu verkaufen.

Ein anderer Pluspunkt beim Mieten sind die Wohnnebenkosten. Ein Mieter bezahlt die Miete und seine Verbrauchskosten für Wasser, Heizung, Strom und Telefon. Über Steuern oder Versicherungen muss er sich keine Gedanken machen.

Außerdem braucht er keine Rücklagen für Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten. Geht etwas kaputt, ist der Vermieter dafür zuständig, die Sache wieder in Ordnung zu bringen.

Ein klarer Minuspunkt ist, dass der Mieter jeden Monat Geld für die Wohnung bezahlt, am Ende aber nichts davon hat. Die Rechnung, dass der Mieter genauso gut ein Eigenheim abbezahlen könnte, wenn er das Geld für die Miete statt an den Vermieter in eine Baufinanzierung investieren würde, stimmt zwar nicht. Denn die Finanzierung eines Eigenheims ist deutlich komplexer.

Trotzdem bezahlt der Mieter eben jeden Monat Geld für die Nutzung der Wohnräume und muss sich zusätzlich dazu eine andere Geldanlage für den Vermögensaufbau und die Altersvorsorge suchen.

Dazu kommt, dass die Gestaltungsfreiheit in einer Mietwohnung eingeschränkt ist. Natürlich kann der Mieter seine Wohnung so einrichten, dass er sich darin wohlfühlt. Aber die Ausstattung gibt der Vermieter vor und größere Umbauten sind meist nicht drin.

Und selbst wenn der Vermieter damit einverstanden ist, dass der Mieter etwas verändert, muss der Mieter die Wohnung spätestens beim Auszug in aller Regel wieder in den Zustand bringen, in dem sie vorher war.

Und nicht zuletzt muss der Mieter damit rechnen, dass die Miete steigt. Auch eine Kündigung, zum Beispiel wegen Eigenbedarfs oder nach einem Eigentümerwechsel, ist nicht ausgeschlossen.

Pro & Contra zum Kaufen

Was gegen das Mieten spricht, spricht andersherum für den Kauf einer Immobilie. Dabei ist der vielleicht wichtigste Punkt, dass der Eigenheimbesitzer in eine Form der Altersvorsorge investiert. Durch die Immobilie ist sein Vermögen zwar gebunden.

Braucht er das Geld, muss er entweder eine Hypothek auf die Immobilie aufnehmen oder einen solventen Käufer finden. Aber wenn das Eigenheim abbezahlt ist, muss der Immobilienbesitzer zumindest keine Miete bezahlen, sondern nur die Nebenkosten stemmen. Das kann sich vor allem dann auszahlen, wenn die Rente nicht allzu üppig ist.

Anzeige

Außerdem kann der Eigenheimbesitzer seine Immobilie so ausstatten und gestalten, wie er das möchte. Er kann umbauen, renovieren und modernisieren, wann er will. Zwar kann die Bauordnung seinen Vorhaben Grenzen setzen und bei einer Eigentumswohnung wird mitunter die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft notwendig sein.

Insgesamt hat der Immobilienbesitzer aber sehr viel mehr Gestaltungsfreiraum als ein Mieter. Auch vor satten Mieterhöhungen oder einer unerwarteten Kündigung des Mietvertrags muss der Eigenheimbesitzer keine Angst haben.

Doch der Kauf einer Immobilie hat auch große Schattenseiten. Dazu gehört in erster Linie, dass der Immobilienkäufer sehr viel Geld in die Hand nehmen muss. Da die wenigsten über so viele Mittel verfügen, dass sie davon ein Haus mit Grundstück oder eine Eigentumswohnung kaufen können, wird in aller Regel eine Baufinanzierung notwendig.

So eine Baufinanzierung läuft über viele Jahre, meist sind es sogar mehrere Jahrzehnte. Der Eigenheimbesitzer hat also Schulden, die ihn lange begleiten.

Schulden bergen natürlich immer ein gewisses Risiko. Verliert der Eigenheimbesitzer zum Beispiel seinen Job, wird er krank oder bricht seine Partnerschaft auseinander, kann er womöglich die Kreditraten nicht mehr bedienen. Muss er dann die Immobilie aus der Not heraus verkaufen oder wird sie gar zwangsversteigert, ist schlimmstenfalls das Eigenheim weg, von den Schulden aber noch etwas übrig.

Ein anderer Minuspunkt ist, dass eine Immobilie die Flexibilität einschränkt. Es ist nicht ohne Weiteres möglich, umzuziehen, wenn sich die Lebensumstände ändern oder der Eigenheimbesitzer den buchstäblichen Tapetenwechsel braucht.

Außerdem muss sich der Eigenheimbesitzer selbst darum kümmern, dass seine Immobilie in Schuss bleibt. Fällt die Heizung aus, deckt ein Sturm das Dach ab oder ist der Abfluss verstopft, gibt es keinen Vermieter, den er anrufen kann. Stattdessen muss der Eigenheimbesitzer die Reparaturen selbst veranlassen und bezahlen.

Zur Darlehensrate kommen die Wohnnebenkosten, Steuern und Versicherungen dazu. Kostenfaktoren wie die Müllabfuhr oder den Schornsteinfeger trägt der Eigenheimbesitzer alleine.

Außerdem sollte er ein paar Rücklagen haben. Oft führt das dazu, dass das ganze Geld in der Immobilie steckt. Ein chices Auto oder teurere Urlaube sind dann in vielen Fällen zumindest in den Anfangsjahren nicht mehr drin.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

Thema: Mieten oder Kaufen: Pro & Contra in der Übersicht

Anzeige
Redakteure
Twitter
Letzte Artikel von Redakteure (Alle anzeigen)

Veröffentlicht von

Redakteure

Benjamin Naue, 48 Jahre, Jurist, Sabine Scheuer, 41 Jahre, Rechtsberaterin, David Wichewski, 37 Jahre , Anwalt, sowie Ferya Gülcan Betreiberin und Redakteurin dieser Webseite, schreiben hier Wissenwertes, Tipps, Anleitungen und Ratgeber für Verbraucher zum Thema Verträge, Schriftverkehr und Recht.

Kommentar verfassen