Wer profitiert wirklich von Bonus- und Gutscheinangeboten?

Wer profitiert wirklich von Bonus- und Gutscheinangeboten?

In der freien Marktwirtschaft ist es eine weit verbreitete Praxis, mit Boni zu arbeiten, um neue Kunden anzuwerben und bestehende Kunden ans Unternehmen zu binden. In diesem Beitrag schauen wir uns einige Branchen und ihre Vorgehensweisen an. Außerdem klären wir die Frage, wer wirklich von den Bonus- und Gutscheinangeboten profitiert.

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Wer profitiert wirklich von Bonus- und Gutscheinangeboten

Rabattkarten im Einzelhandel

Werfen wir einen Blick in unseren Geldbeutel, findet sich dort ziemlich oft die Karte eines Unternehmens. Je nach Anbieter handelt es sich zum Beispiel um eine Kunden-, Club- oder Vorteilskarte. Manche Karten gelten nur bei einem Unternehmen, andere Karten können in einem Verbund aus verschiedenen Händlern eingesetzt werden.

Dieses Bonussystem ist im Prinzip der Nachfolger des früheren Rabattmarken-Heftchens. Der Unterschied ist aber, dass die Karte mit einem deutlich umfangreicheren Feedback einhergeht.

Wir sammeln bei jedem Einkauf Punkte, die wir später einlösen können, nehmen an Gewinnspielen teil und erhalten Rabatte. Im Gegenzug liegen dem Unternehmen nicht nur anonyme Umsatzzahlen vor.

Stattdessen bekommt es Daten wie den Namen, die Anschrift, das Alter und das Geschlecht, die es mit einer Verkaufshistorie über Jahre hinweg verknüpfen kann. Schließlich legen wir unsere Karte ja bei jedem Einkauf vor, damit sich unser Punktekonto stetig füllt oder der Rabatt abgezogen wird.

Das Unternehmen gewinnt so einen guten Überblick über seinen Kundenstamm, dessen Kaufgewohnheiten und auch die Wirksamkeit von Werbemaßnahmen.

Eine Abwandlung der Karte mit Chip sind Apps fürs Smartphone. Das Prinzip bleibt sich gleich. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass wir an der Kasse keine Karte vorlegen, sondern unser Smartphone hinhalten.

Bonusangebote in Online-Casinos

Auch wenn der Name danach klingt, so hat Glücksspiel wenig mit Glück im Spiel zu tun. Stattdessen steht eine gut durchdachte Strategie dahinter.

Zwar ist es durchaus möglich, Geld zu gewinnen, was auch damit zusammenhängt, dass die Anbieter dazu verpflichtet sind, einen gewissen Prozentsatz der Einsätze als Gewinne auszuzahlen. Trotzdem ist den Anbietern natürlich daran gelegen, ihren Kundenstamm stetig zu vergrößern.

Die Online-Casinos arbeiten dabei mit verschiedenen Bonusangeboten. Insgesamt lassen sich die Angebote aber in zwei große Gruppen einteilen. So gibt es zum einen Boni für Anfänger.

Sie bestehen aus einem bestimmten Betrag oder aus einer gewissen Anzahl an Freispielen. Die Idee dahinter ist, den Einstieg ins Spiel zu erleichtern.

Zum anderen werden Programme wie VIP- oder Premium-Systeme angeboten, die zum Beispiel mit täglichen Freispielen Bestandskunden bei Laune halten sollen.

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Bonusmeilen bei Fluggesellschaften

Fast schon ein Klassiker, den so gut wie alle Fluglinien im Angebot haben, sind Bonusmeilen. Für jeden Flug, den wir mit einer Fluggesellschaft zurücklegen, bekommen wir als registrierter Kunde eine bestimmte Anzahl an Bonusmeilen gutgeschrieben. Diese können wir später gegen einen kostenfreien Flug eintauschen.

Nach ein paar rechtlichen Unstimmigkeiten sind viele Fluglinien inzwischen dazu übergegangen, dass die Bonusmeilen auch gegen andere Prämien eingetauscht werden können.

Damit nähert sich das Prinzip der Karte im Einzelhandel an. Allerdings haben die Airlines, anders als der Handel, kein großes Interesse am Kaufverhalten. Darauf ist ihr Leistungsspektrum gar nicht ausgelegt.

Interessant ist außerdem, dass die Fluggesellschaften ihre Bonusprogramme nicht für die Neukundengewinnung, sondern nahezu ausschließlich für die Bindung von Bestandskunden einsetzen.

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Rabatte in der Autobranche

Autobauer und Autohäuser kümmern sich vor allem um Käufer von Neuwagen oder jungen Gebrauchtwagen. So gut wie alle Angebote zielen darauf ab, die Autos durch satte Preisnachlässe attraktiv zu machen.

Klassische Zugaben wie zum Beispiel eine bessere Ausstattung, ein zweiter Satz Reifen oder eine kostenfreie Inspektion werden von vielen Kunden mittlerweile mehr oder weniger erwartet. Sie haben deshalb an Schlagkraft eingebüßt.

Aus diesem Grund setzt die Autobranche inzwischen in erster Linie auf hohe Rabatte, oft in Kombination mit günstigen Finanzierungsmöglichkeiten.

Geschenke im Gesundheitsbereich

Der Gesundheitsbereich ist staatlich streng reguliert. Lange Zeit waren alle Systeme, die auf Boni oder Gutscheinen basieren, unzulässig. Auf diese Weise sollte gewährleistet sein, dass die Qualität der medizinischen Versorgung nicht beeinträchtigt wird.

In einem gewissen Umfang lässt das Gesundheitssystem aber trotzdem Vergünstigungen zu. Diese kommen zwar hauptsächlich Ärzten und Apothekern zugute, aber auch Patienten haben etwas davon.

Dabei geht es in erster Linie um sogenannte „Gegenstände von geringem Wert“. Es ist also erlaubt, wenn zum Beispiel eine Apotheke Kugelschreiber, Taschentücher oder Kalender an ihre Kunden verschenkt.

Auch Rabatte sind zulässig, solange es sich nicht um Heilmittel wie Medikamente, sondern um Medizinprodukte wie ein Blutdruckmessgerät handelt.

Wer profitiert denn nun wirklich von Bonus- und Gutscheinangeboten?

Wir haben uns jetzt fünf verschiedene Branchen angeschaut. Die Maßnahmen und Aktionen sind zwar unterschiedlich. Aber letztlich haben sie alle das gleiche Ziel: mehr Umsatz.

Kein Unternehmen, das profitabel agieren will, hat etwas zu verschenken. Jeder Rabatt, jeder Bonus, jede Prämie, jedes Geschenk und jede andere Vergünstigung bezweckt, die Verkäufe zu steigern.

Wenn wir das im Hinterkopf behalten, können wir natürlich die Vorteile nutzen, die sich durch Boni für uns ergeben. Das bedeutet zum Beispiel im Einzelhandel, dass wir ein Produkt, das wir als Karteninhaber günstiger bekommen, nur dann kaufen sollten, wenn wir es auch wirklich brauchen oder ohnehin kaufen wollten.

Schlagen wir hingegen nur deshalb zu, weil wir den Rabatt nicht verpassen wollen, profitiert der Händler.

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Selbstverständlich ist dabei Selbstdisziplin gefragt. Bei kostenlosen Zugaben wie zum Beispiel Freispielen, müssen wir stoppen können, wenn sie verbraucht sind. Sonst lassen wir uns nur zu weiteren Ausgaben verleiten.

Beim Kaufverhalten ist es ähnlich. Kaufen wir immer nur in einem Geschäft ein, weil wir dort eben eine Kundenkarte haben oder vom Händler regelmäßig Gutscheine als Dankeschön bekommen, zahlen wir am Ende womöglich drauf, statt zu sparen.

Überall dort, wo wir mehr von uns preisgeben sollen, als den Namen und die Anschrift, sollten wir uns außerdem überlegen, ob es die Preisnachlässe und Vergünstigungen wirklich wert sind, uns zum gläsernen Kunden zu machen.

Natürlich sind die Unternehmen auf zahlende Kunden angewiesen. Doch es liegt an uns, die Situation so zu gestalten, dass beide Seiten etwas davon haben.

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Benjamin Naue, - Jurist, Sabine Scheuer, - Rechtsberaterin, David Wichewski, - Anwalt, sowie Ferya & Christian Gülcan, Gründer und Unternehmer in B2B & B2C Gewerbe, mit ca. 30 Jahren Erfahrung als Vertragspartner unterschiedlicher Branchen, Betreiber/in und Redakteur/in dieser Webseite, schreiben hier Wissenwertes, Tipps, Anleitungen und Ratgeber für Verbraucher zum Thema Verträge, Schriftverkehr und Recht. Die Inhalte des Informationsangebots stellen keine Rechtsberatung dar - somit ersetzen die Inhalte auch keine rechtliche Beratung.

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